Rundbrief im Advent 2007
Liebe Tierfreunde, wie in den letzten Jahren will ich Ihnen in der
Adventszeit von der Arbeit in unseren Tierheimen berichten. Leider ist
die Situation für die Menschen in diesem Land durch Sozialreformen und
allerlei andere Einschnitte nicht gerade leichter geworden. So ist es
für uns besonders schwer, unsere Aufgaben zu erfüllen. Bei vielen
Menschen ist die Haltung eines Haustieres inzwischen zum unbezahlbaren
Luxus geworden, und so haben wir auch im vergangenen Jahr wieder viele
Tiere in unseren beiden Tierheimen aufnehmen müssen. Eine Aufgabe, die
wir nur dank der Hilfe unserer Spender und Förderer erfüllen können.
Der Tierschutz hat viele Facetten. Wir wollen mit Ihrer Unterstützung
verlassenen Tieren eine Bleibe geben, bis sie ein liebevolles Zuhause
finden.
- Die Tierhalter verlieren oft das Interesse an ihren Tieren.
Das Tier wird ihnen zur Last. Wenn es Glück hat, wird es im Tierheim
abgegeben. Ohne die Tierschutzorganisationen wären die Tiere verloren.
Häufig krank und verwahrlost brauchen die Tiere ärztliche Versorgung
und liebevolle Betreuung.
- Die Kommune hat die Aufgabe, Fundtiere aufzunehmen und zu
versorgen. Die Gemeinden sind froh, dass wir diese Verpflichtungen
übernehmen. Doch längst nicht immer haben wir es mit abgegebenen
Tieren zu tun. Auch entlaufene Hunde, Katzen und Kleintiere aller Art
landen im Tierheim.
- Die Polizei erwartet ebenso Unterstützung durch den
Tierschutz, etwa wenn Nachbarn melden, dass bei einem Auszug Tiere
unversorgt zurückgelassen wurden. So manches Tier verdankt sein
Überleben aufmerksamen Tierfreunden in der Nachbarschaft. Gerade
Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Hasen und Vögel vegetieren
oft auf Balkonen ohne Schutz vor Hitze und Kälte oder in feuchten
Kellern - als zeitweiliges Spielzeug für verwöhnte Kinder. Auch
Ketten- und Zwingerhunden kann nur durch aufmerksame Tierfreunde
geholfen werden, die uns Meldung machen.
- Das Veterinäramt beschlagnahmt immer wieder sogenannte
Kampfhunde und bringt sie ins Tierheim. Erst nach einem bestandenen
Wesenstest, den die meisten vom Gesetzgeber pauschal als "Kampfhunde"
eingestuften Hunde bestehen, dürfen wir sie weitervermitteln. Dabei
wird gefordert, dass die Hunde auch in extremen Situationen ruhig und
gelassen bleiben. Unser Hundetrainer bereitet die Tiere mit Geduld und
Sachkunde auf diesen Test vor. Schon mancher "Kampfhund" hat nachher
ein gutes Zuhause gefunden. Für uns ein besonderes Erfolgserlebnis,
ebenso wenn behinderte oder ältere Tiere bei Tierfreunden ein gutes
Heim finden. Die Tiere belohnen die Fürsorge mit unendlicher
Dankbarkeit und Anhänglichkeit.
Im Gegensatz zu Hunden, die sich in Gruppen wohl fühlen, sind
Katzen oft Einzelgänger. Besonders schwer ist es, für verwilderte
Katzen einen Platz zu finden. Schon sie einzufangen ist schwierig und
zeitraubend. Nach der von uns durchgeführten Kastration brauchen sie
eine sichere Futterstelle im Freien. Begehrt sind die anschmiegsamen
Schmusekatzen, die täglich ihre Streicheleinheiten fordern und
anhänglich sind. Dagegen begegnen verwilderte Katzen den Menschen
immer mit Misstrauen, aber Hilfe brauchen auch sie. Nach wie vor ist
es unser Ziel, jedes Tier nur kastriert abzugeben, um
unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Diese Maßnahmen kosten viel
Geld und ohne Ihre Spenden könnten wir diese Aufgabe nicht
realisieren, die so wichtig ist, um das Tierelend zu verringern. Der
gemeinsame Einsatz für den Tier- und Naturschutz ist in der heutigen
Zeit notwendiger denn je. Auch die Lebensqualität des Menschen hängt
davon in hohem Maße ab. Helfen Sie uns auch dieses Jahr wieder mit
einer Spende, um diese vielfältigen Aufgaben weiter erfüllen zu
können. Wir wünschen Ihnen eine frohe Weihnachtszeit und alles Gute
für 2008. Ihr Tierheim Team
"Das Geheimnis des Glücks liegt
nicht im Besitz, sondern im Geben.
Wer andere glücklich macht, wird glücklich."
Andre Gide, 1869-1951
frz. Schriftsteller und Nobelpreisträger |